݊ndere dein bewusstsein und du wirst eine andere
welt sehen‹ (Sangharakshita)

Buddhismus

Seit einiger Zeit erfreut sich der Buddhimus im Westen zunehmender Beliebtheit. Dies ist nicht verwunderlich, denn er vereint in sich tiefe Spiritualität – nach der sich immer mehr Menschen in der modernen Welt sehnen – mit großer „Bodenhaftung“ und Praxisnähe. Von Buddhisten wird kein Glaube an Dinge erwartet, die sich nicht mit der Vernunft vereinbaren ließen.

Der Buddhismus verwirft die Idee eines Schöpfergottes und befasst sich nicht mit abstrakten philosophischen Theorien. Er beschäftigt sich vielmehr konkret mit dem Menschen – im Spannungsfeld von Sehnsüchten, Liebe, Hass, dem Streben nach Erkenntnis und dem tiefen Verlangen nach Glück.

Der Buddhismus ist im wesentlichen ein Studium des menschlichen Geistes. Er vereint ein sehr positives Menschenbild – die Überzeugung, dass jeder Mensch ein unermessliches Entwicklungspotenzial besitzt und Gestalter seines eigenen Schicksals ist – mit nüchternem Realismus: Obwohl jeder Mensch „seines eigenen Glückes Schmied“ sein könnte, zeigen viele Leute mehr Talent zum Schmieden ihres und anderer Menschen Unglück. Der Buddhismus ist deshalb vor allem ein System von konkreten Methoden, die helfen, das eigene Denken, Handeln und Fühlen besser zu verstehen, und dadurch die eigenen Impulse besser zu lenken. Letztlich führt er zu einem tiefen Verständnis der Welt und ihrer Bewohner und zu einer umfassenden Erkenntnis der Verbundenheit aller Phänomene.

Die wichtigsten Felder buddhistischer Übung sind Ethik, Meditation und das Streben nach Weisheit.

Ethik: Im Buddhismus beschränkt sich die Übung von Ethik nicht auf das Befolgen bestimmter Regeln. Vielmehr ist es eine Übung im immer genaueren Betrachten der Wirkungen unserer Handlungen. Jede Handlung, darunter auch jeder Gedanke und innere Impuls, hat einerseits eine Rückwirkung auf uns selbst und andererseits eine tiefgreifende Wirkung auf die Welt um uns herum. Ethik zu üben, heißt zu versuchen, weniger Schaden anzurichten und intelligenter zum eigenen Glück und zu dem anderer beizutragen.

Die ethischen Grundsätze lassen sich unter den Überschriften Gewaltlosigkeit, Großzügigkeit, Zufriedenheit, Ehrlichkeit und geistige Klarheit zusammenfassen.

Meditation: Wer versucht ethischer zu leben, merkt bald, wie schwer lenkbar das eigene Verhalten ist und wie hartnäckig Gewohnheiten sein können. Auch die Wissenschaft erwacht allmählich zu der Erkenntnis, dass wir Menschen weit weniger vernunftgesteuert sind, als wir es gerne hätten. Alles, was wir tun oder lassen, wurzelt im Geist, im eigenen Bewusstsein – dieses aber ist ein oft recht ungeordnetes Bündel verschiedenster Gefühle, Gedanken und Impulse. Die buddhistische Tradition vergleicht den ungeschulten Geist respektlos mit einem wilden, von Ast zu Ast hüpfenden Affen! Wer sein eigenes Leben entschiedener in die Hand nehmen möchte, muss sich also mit seinem Geist befassen.

In der Meditation geschieht genau das: Der Meditierende lernt seine eigenen Bewusstseinsprozesse wesentlich besser kennen und lernt sie bewusster auszurichten. Grob kann man die Fülle verschiedener Meditationstechniken in zwei Bereiche unterteilen: Samata-Meditation beruhigt und sammelt den Geist, damit er geschmeidig und lenkbar wird. Vipassana-Meditation führt den so vorbereiteten Geist zu einer genaueren Betrachtung der Wirklichkeit hin.

Weisheit: Mit Weisheit ist im Buddhismus nichts nebulös-abgehobenes gemeint, sondern ein klares und direktes Wahrnehmen der Dinge, wie sie sind. Buddhismus will den Menschen also nicht in irgendwelche theoretischen Gebäude führen, sondern im Gegenteil von aller Theorie weg zu einem eigenen genauen und unmittelbaren Erkennen. Meditation ist eine wichtige Vorausetzung hierfür. Die buddhistische Tradition hat aber auch andere Methoden entwickelt, die helfen, den Blick des Übenden auf das Wesentliche zu richten und Zusammenhänge zu erkennen. Darum sind auch Reflexion und Studium wichtige Übungen im Buddhismus.

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Weil Vimaladhatu ein buddhistisches Meditationshaus ist, ist die Lehre und Übung von Meditation natürlich tief in die buddhistische Weltanschauung eingebettet und von ihr getragen. Die Lehrenden sind ausnahmslos praktizierende Buddhisten. Dennoch sind Nichtbuddhisten selbstverständlich herzlich willkommen! Da die eigentlichen Meditationstechniken von spezifisch buddhistischen Inhalten frei sind, können auch Menschen anderer Weltanschauungen sie anwenden. Darum nehmen auch Nichtbuddhisten gerne an Retreats in Vimaladhatu teil und schöpfen hier Kraft für ihr Leben zu Hause.